Im Jahr 2010 hat die ÖBB ein Benchmarking mit anderen Eisenbahn-Verkehrsunternehmen durchgeführt. Das Ergebnis: Kein anderes EVU hat ein soweit integriertes Produktionssystem wie die ÖBB-Personenverkehr AG. COSware hat dies möglich gemacht.
Das Ergebnis wird präsentiert durch die ÖBB-Personenverkehr AG...
Alles aus einer Hand ist bei der ÖBB-Personenverkehr AG seit einigen Jahren kein leeres Schlagwort mehr.
Das COSware-Team ist bemüht, die neuesten Entwicklungen im Bereich der Produktionssysteme (COSware Modul-System) zu verfolgen. Und so haben wir auch 2010 ins benachbarte Ausland geschaut, wie dort die Dinge gemacht werden.
Viele Eisenbahnverkehrsunternehmen haben EDV-Systeme für die strategische Planung, wie z.B. zur Fahrplanerstellung oder zur Analyse der Verkehrsströme. Auch Werkstättenprogramme sind vorhanden. Bei den Dispositions- und Zugvorbereitesystemen sieht es aber schon etwas anders aus. Im Bereich der SBB wird noch immer mit Karteikarten disponiert (Zürich HBF) und so die Züge zusammengestellt. Die DB AG hat mit FRED jetzt ein Zugvorbereitesystem für den Personenverkehr eingeführt.
In Tschechien und in der Slowakei wird die Zugvorbereitung erst am Bahnsteig durchgeführt, wobei in der Slowakei bereits eine Anbindung an eine zentrale Datenbank besteht.
Italien hat im Jahr 2008 mit dem Aufbau eines Dispo-Systems begonnen. In Ungarn sind kaum Systeme vorhanden, die Aufgaben, wie bei uns übernehmen. Für Slowenien liegen uns keine Angaben vor.
Auch die Produktsuche auf der Innotrans 2010 hat nichts vergleichbares gefunden. Daher heißt es...
...der Vergleich hat uns sicher gemacht.
Zur Routine wird es trotzdem nie - Fahrplanwechsel 2010/2011
Wir haben nun bereits den 5. Fahrplanwechsel mit COSware hinter uns. Wurden in den ersten Jahren nur die Umlaufdaten aus einer Access-Datenbank eingespielt, damit sie für die Wagen-Disposition zur Verfügung stehen, so werden seit Fahrplanwechsel 2007/2008 auch die Umlaufdaten in COSware erzeugt.
Seither sind eine Fülle an neuen Funktionen und Tätigkeiten entstanden, die zum Fahrplanwechsel gemacht werden. So muss aus den einzelnen Planungsversionen der Produktionsplanungsstellen eine gemeinsame Fahrplanhauptversion geschaffen werden. Besonders heikel ist es, dabei etwaige Überschneidungen bei Fahrplänen und Umläufen zu erkennen und zu beseitigen. Aber nach 5 Jahren kehrt auch so etwas wie ein „richtiger Riecher“ ein und im Gespräch mit den Planern lässt sich jede Unklarheit aufklären.
Auch merkt man bereits die Routine der ProduktionsplanerInnen. Von Jahr zu Jahr werden die Korrekturen weniger und die Qualität der Daten besser.
Das zeigt sich auch in unserem zusätzlichen Bereitschaftsdienst zum Fahrplanwechsel. Heuer hat es insgesamt nur 3 Anrufe gegeben, mit Problemen, die sehr schnell gelöst werden konnten.
Was aber die wenigsten wissen, die Daten aus COSware, dienen heute bereits vielen anderen Systemen als Datenbasis. So werden die gedruckten Wagenstands-anzeiger aus COSwaredaten beinahe automatisch erstellt. Die Fahrplanauskunft wird mit Zugbildeinformationen aus COSware beliefert. Die Infrastruktur AG nimmt ihre Daten für die elektronischen Wagenstandsanzeiger aus COSware und die grafische Reservierung für den railjet bezieht ihre Daten ebenfalls aus unserem Produktionssystem.
Zuletzt möchte ich Allen für die gute und reibungslose Zusammenarbeit beim Fahrplanwechsel 2010/2011 danken und wünsche Ihnen „Alles Gute und vor Allem Gesundheit für das Jahr 2011“.
Ihr Gerald Bail
Schadensdatenbank
Auch außerhalb von Operations gibt es viele Einsatzmöglichkeiten für COSware.
Da mit Amodis viele Vorfallsdaten für das Schadensmanagement bereits in COSware gespeichert sind, war es nur mehr ein kleiner Schritt, auch Stab Recht in das Produktionssystem mit einzubeziehen.
So werden in Zukunft Vorfälle automatisch an Stab Recht gemeldet und können als Schadensfall angelegt werden. Durch eine Terminfunktion werden Fristenläufe und durch eine SAP-Schnittstelle Zahlungen automatisiert überwacht.
Zusätzlich ist es geplant, 2011 auch die Konzernsicherheit mit ihren Daten an COSware anzuhängen. Damit werden die geleisteten Vorarbeiten des Projektes VESMA zu einem positiven Ende gebracht.
Als Teilprojektleiter für die Grafische Umlaufplanung fungiert seit 01.10.2010 Ing. Markus Hausleitner. Er wird gemeinsam mit seinem Team verschiedene Programme testen, um für die Produktionsplanung ein geeignetes Werkzeug zu finden, damit Umläufe auch auf einer Grafikoberfläche geplant werden können. Dazu wird es eine Schnittstelle aus COSware in das Planungsprogramm geben. Im selben Zeitraum, wird aus heutiger Sicht, auch die M-Ama Schnittstelle zur Infrastruktur AG für die Fahrplantrassenbestellung in Betrieb genommen.
Servicekonzept „Neu“
2011 geht ein geändertes Servicekonzept für COSware in Betrieb. Zur Lösung von „fachlichen“ Fragen werden sogenannte Key-UserInnen eingeführt. Damit stehen besonders geschulte MitarbeiterInnen für fachliche Fragen direkt an den Dienststellen der COSware-UserInnen zur Verfügung.
Zusätzlich wird ab 01.01.2011 SIT-PS durch Gerhard Nader, bisher COSware-Trainer und ein hervorragender Kenner des Systems, als Ansprechpartner für alle Anwender-Innen, verstärkt. Er wird die eingehenden Trouble-Tickets bearbeiten, Systemtests durchführen und als Testmanager neue Funktionalitäten testen, bevor sie produktiv gehen.
Auch ein zentrales COSware-Portal für Anfragen, Anregungen, Bestellungen, etc. wollen wir 2011 in Betrieb nehmen.
Highlights 2010
Auch 2010 wurde COSware ständig weiterentwickelt.
Im April 2010 wurde das Gruppenreservierungs-, Transportplan- und Zusatzwagentool in Betrieb genommen. Von der Aufnahme der Gruppenreservierung bis zum Ausdruck der Reservierungszettel für den Waggon geschieht nun alles in COSware. Aber auch hier sind wir noch nicht am Ende der Entwicklung. Für 2011 ist es geplant, jene Reservierungen, die über das Schul-Card-Internet hereinkommen, gleich automatisiert nach COSware zu übernehmen. (Testbetrieb startet im Jänner). Auch werden in Zukunft die KundenberaterInnen ihre Reservierungsanträge direkt in COSware eingeben.
Der .pdf-Druck der Umlaufgrafik wurde begonnen und befindet sich nun im Testbetrieb. Damit wurde ein großer Wunsch der Produktionsplaner erfüllt.
Die Objekthistorie wurde für die Fahrzeugdisposition weiterentwickelt. Es kann nun eine Grafik mit der Objektsicht ausgegeben werden, für 2011 ist vorgesehen auch die Dispositionsfunktionen und bequeme Suchfunktionen in dieser Ansicht zu implementieren.
Für das Verschubmanagement wurde ein Erfassungsprogramm für Zugnebenzeiten programmiert. Damit können in Zukunft Bestellungen Richtung Produktions GmbH elektronisch durchgeführt werden.
Mit der Vergabe von Zugstati in der Disposition wird im Bf. Wien Matzleinsdorf die Anzeigetafel für die Produktionsabläufe gesteuert. Die Weiterentwicklung wird sein, dass diese Statusvergabe auch mit mobilen Erfassungsgeräten durchgeführt werden kann.
Mit der CD, ZSSK und DB wurden erstmals Gespräche geführt bzw. bereits Vereinbarungen über einen elektronischen Datenaustausch der Zugbildedaten getroffen.
Für den Austausch der Zugbildedaten wurde 2010 begonnen ein international gültiges Datenformat zu entwickeln und zu programmieren (XML).
COSware Projekt-Steckbrief
ReM = Reisezugwagen-Management
Im Projekt ReM wird das integrierte Produktionssystem der Personenverkehr AG entwickelt.
Umgesetzt wird es mit dem Softwareprodukt COSware aus dem Hause COS, einem Softwarehersteller mit dem Schwerpunkt auf Logistiksysteme.
2003 Projektbeginn 2004 Ist-Analyse und Soll-Konzeption 2004-2011 Abarbeitung der Teilprojekte ReM 1-11 2011 vsl. Projektende |
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COSware in Zahlen
COSware verwaltet 2334 ÖBB Reisezugwagen 1887 Reisezugwagen anderer EVU´s 467 Triebwagen
COSware disponiert 5473 Nahverkehrszüge 568 Fernverkehrszüge (inkl. Sonderzüge)
Cosware verarbeitet 43.000 Reparatur- und Wartungsaufträgen pro Jahr 263 User in ihrer täglichen Arbeit
COSware speichert 1,2 Terabyte an Daten für die Produktion |
Alles Gute für 2011 wünscht das COSware-Team!
Robert Bruckner, Bernhard Günther, Adi Burdak, Gottfried Furtmüller, Gerhard Nader, Reinhold Kozel, Gerald Bail, Martin Eichberger, Oliver Membier